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Buchtipp: Der Duft von Erde und Zitronen

Die Literatur Europas ist äußerst vielfältig. Ein besonders kraftvoller und emotionaler Roman des vergangenen Jahres kommt dabei aus Italien und wurde von der in Turin geborenen Margherita Oggero geschrieben.

Der Duft von Erde und Zitronen

CC Tony Frisina

Die italienische Autorin Oggero hat sich in ihrem einfühlsamen Buch „Der Duft von Erde und Zitronen“ an ein spannendes Familiendrama gewagt. Das Buch berichtet über das Leben eines 13-jährigen Mädchens in Italien. Sie muss sich vor der Mafia fast wie eine Gefangene im Norden des Landes bei ihrer Tante verstecken. Die Geschichte des Buches zeigt dabei einmal mehr, wie sehr die Umstände und Traditionen eines Landes, die Kultur sowie Literatur beeinflussen. Literatur ist dabei selbst in Form von Prosa immer Zeitzeuge.

Aber zurück zur Geschichte: Das Mädchen ist in Gefahr geraten. Als sie der Sohn eines Mafia-Clanchefs zu vergewaltigen versucht, hat sie mit einem Stein zugeschlagen. Jetzt soll sie dafür teuer bezahlen. Einfühlsam und melancholisch beschreibt die Autorin die Lage des Mädchens. Was für den Leser sehr spannend ist, scheint für die 13-Jährige alles andere als aufregend zu sein. Sich im Haus zu verstecken sorgt für Langeweile und Einsamkeit.

Dieser einfühlsam geschriebene Roman „Der Duft von Erde und Zitronen” ist ein kleines Meisterwerk. Die Autorin Margherita Oggero nimmt den Leser mit auf eine Reise in eine archaische Welt des italienischen Südens. Und auch wenn der Horizont düster aussieht, so gibt es doch einen Hoffnungsschimmer: Durch die Liebe zur Literatur kann das Mädchen den Mut finden, mit der Gefahr umzugehen.

Dass der Duft von Erde und Zitronen an Italien erinnert, das versteht sich natürlich von selbst. Zitronen sind dabei ein Sinnbild des Südens, der Sonne und der Gesundheit. Deshalb gibt es auch eine Zitronen-Diät. Und wenn das Leben oft auch sauer schmeckt, so lässt es sich doch immer auspressen. Als Limonade ist es dann meistens halb so schlimm.